Warum Du oft zu kurz denkst…und wie Du das ganz einfach ändern kannst

Warum Du oft zu kurz denkst…

…und wie Du das ganz einfach ändern kannst.

Gestern hatte ich ein interessantes Gespräch. Es ging darum, wie wir Zeit empfinden. Wir “Erwachsene” im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen. Wie unterschiedlich wir die Länge z.B. von 6 Monaten bewerten. Und was das für Verständigungs-Probleme mit sich bringen kann. Weil es für den einen Klacks ist und für den anderen eine Ewigkeit.

Der Time-Horizon

Oder auf deutsch: Zeithorizont. In der Persönlichkeitsentwicklung meint man damit die Zeitspanne, die man in der Lage ist in die Zukunft zu “planen” oder zumindest zu “visionieren”. Also wie weit voraus ist man in der Lage, Entwicklungen, Geschehnisse und deren Folgen zu überblicken. Steve Jobs zum Beispiel hatte einen sehr langen Time Horizon, er hat vieles sehr weit voraus gedacht, visioniert und geplant. Genauso z.B. Elon Musk.

Menschen, die in der Lage waren oder sind, das was sie tun auf eine weit im voraus liegende Zukunft auszurichten ohne dabei den Bezug zur Gegenwart zu verlieren. Wahrscheinlich fragst Du Dich jetzt:

 

Was hat das mit #gemeckerfrei zu tun?

Ich gebe Dir mal ein Beispiel: Eines meiner Kinder war im Grundschulalter, 1. oder 2. Klasse. Um 7:40 Uhr war Abfahrt des Schulbusses, bis zur Haltestelle waren es ca. 10 Minuten Fußweg wenn wir langsam gingen. Und das taten wir. Vielleicht kennst Du ja auch solche Menschen (inzwischen weiß ich, dass das nicht nur bei Kindern so ist 😉), die, sobald sie anfangen zu reden, immer langsamer und langsamer gehen. Und langsamer.

Ja genau, so ein Kind habe ich da jeden Morgen zum Bus begleitet. Und es hat sehr gerne und viel geredet. Und ist dabei immer langsamer geworden. Und langsamer.

Und ich? Ich war immer noch mehr angestrengt. Und gestresst. Ich wollte ja, dass wir den Bus erwischen. Als habe ich versucht, meinem Kind beizubringen, dass es redet und schnell geht. Also zumindest nicht stehenbleibt.

Das hat perfekt funktioniert – NICHT!

 

Was war los?

Es war einfach komplett erfolglos. Außer dass wir immer wieder keine so schöne Zeit hatten wie wir hätten haben können. Doch warum? Wo war der Haken?

Ganz einfach: mein Zeithorizont, mein Time Horizon war einfach viel zu kurz. Und auf die “falschen” Ergebnisse ausgerichtet. Nur habe ich das anfangs nicht erkannt. Weil ich wollte einfach nur pünktlich am Bus sein, und deshalb wollte ich, dass wir schnell genug unterwegs sind.

 

Irgendwann habe ich es erkannt…

Und dann wurde es besser. Ja sogar ziemlich cool. Und wie das so gekommen ist erzähle ich Dir jetzt:

Mein Time Horizon war also zu kurz gefasst: ich wollte einfach pünktlich an der Haltestellen sein, also wollte ich dass wir in 10 Minuten dort ankommen, also mussten wir ein gewisses (in meinen Augen immer noch langsames) Tempo hinlegen.

Mein Time Horizon: 10 Minuten.

Mein Ziel: Bus erwischen.

 

Das hat sich geändert

Als ich das erkannt und geändert hatte, war es auf einmal total schön: wir hatten lustige, interessante, unterhaltsame Gespräch auf dem Weg zur Haltestelle. Innige gemeinsame Zeit, viel Freude und Spaß. Doch wie kam es dazu?

Ich habe meine Ziele und meinen Time Horizon geändert. Ich habe folgendes entschieden:

ich will, dass wir alle diesen kleinen Spaziergang jeden Morgen genießen. Ich will, dass keiner gestresst und angestrengt sein muss. Und ich will, dass wir easypeasy rechtzeitig ankommen.

Damit war das Ziel formuliert. Und ich habe es anfangs nur damit ausprobiert.

Hat auch geklappt. Die ersten 7 Minuten. Als mir dann klar wurde, dass wir das so nicht schaffen, waren all die schönen Ziele Eimer.

 

Warum schöne Ziele nicht immer ausreichen

In diesem Fall hat für das erreichen der Ziele eine entscheidende Zutat gefehlt: der richtige Time Horizon. Als ich das erkannt habe und es umgesetzt habe lief es definitiv “wie geschmiert”.

 

Was genau habe ich getan?

Ich habe unter der Maßgabe meiner Ziele den gesamten Zeitablauf gecheckt:

Wieviel Zeit brauchen wir, wenn wir gaaaaanz langsam gehen, weil es gaaaaanz viel zu erzählen gibt?

Wann müssen wir also aus dem Haus?

Wann Jacke und Schuhe anziehen?

Wann Zähne putzen?

Du kannst es dir denken. Evtl. auch früher aufstehen, besser vorbereitet sein, was auch immer.

 

Bernd, das war jetzt nichts Neues

Ja, das stimmt. Es geht auch nicht um genau diese Situation. Sondern es geht darum, dieses Konzept zu übertragen. Und in den Alltag mitzunehmen.

Wie oft ärgerst Du Dich über etwas, dass in Wirklichkeit keine Auswirkung auf die Zukunft hat und damit schon längst vorbei ist? – Dann hast Du einen rückwärtsgerichteten Zeithorizont.

Wie oft hast Du Angst oder Sorgen darüber, was in Zukunft sein wird? – Dann hast Du einen negativ gerichteten Zeithorizont.

 

Meine Einladung an Dich

Ich lade Dich ein: richte Deinen Zeithorizont aus, bei allem was Du tust. Achte darauf, worum es geht, wohin es geht und was Du bewirken willst. Und denk mal darüber nach, was Dein handeln heute für eine Auswirkung hat auf den längeren Zeitraum. Manchmal machen wir Dinge groß, die in Wirklichkeit einfach eh schon vorbei sind. Und manchmal übersehen wir total, wie sehr das jetzt gerade in einem großen Zusammenhang steht, der die nächsten 1, 2, 3 oder sogar 10 Jahre betrifft.

 

Erzähl doch mal in unserer Facebook-Gruppe, wo Du erkennst, dass Du Deinen Time Horizon neu ausrichten willst oder schon neu ausgerichtet hast!

 

Alles Liebe für Dich,

 

Dein Bernd