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So gelingt die Eingewöhnung

Allgemein

So gelingt die Eingewöhnung

Es ist September und das neue Kita-Jahr startet. Die Eingewöhnung vieler kleiner und größerer Mäuse steht an.

Für uns Eltern ist das ein spannender und herausfordernder Schritt. Zum ersten Mal geben wir unsere kleinen Wunder über einen längeren Zeitraum in andere Hände. Haben nur bedingt Einfluss darauf, was in dieser Zeit passiert. Müssen vertrauen und loslassen.

Auf der anderen Seite bekommen wir ein Stück Freiheit. Können vielleicht unserer Arbeit wieder nachgehen. Können mal wieder auf uns selber, unsere Bedürfnisse und Wünsche schauen.

Viele Eltern haben vielleicht schon Erfahrung mit der Eingewöhnung eines älteren Geschwisterkindes gemacht. Andere kennen ganz viele Geschichten darüber, wie es laufen kann. Von Nachbarn, Freunden, Verwandten. Und wir alle hoffen, dass es gut gelingt.

Dass unsere Kinder gut ankommen und sich wohlfühlen.

Bei meinen beiden Kindern lief die Eingewöhnung sehr unterschiedlich ab. Ein Mal anstrengend, langwierig und schwierig. Ein Mal locker leicht innerhalb weniger Tage. Heute weiß ich, dass er Erfolg der Eingewöhnung in erster Linie von mir als Mutter abhängt.

Vielleicht klingt das auf den ersten Blick paradox. Weil wir Eltern ja nicht dabei sind, während die Kinder in der Kita sind.

Unser Einfluss auf das Geschehen ist trotzdem immens und ich teile hier mit dir, wie du ihn dir zunutze machen kannst.

Entscheide aktiv, ob du dein Kind in die Betreuung geben willst, oder nicht

Möchtest du dein Kind in die Kita geben?

Diese Frage darfst du als erstes aktiv entscheiden. Manchmal haben wir vielleicht das Gefühl, kein Wahl zu haben. Wir werden entschieden von der Politik, die das Elterngeld ab Monat X streicht. Oder von unserem Arbeitgeber, der findet, wir sollten jetzt mal wieder zurückkommen. Oder von unserem Partner, der es als unerträgliche Last empfindet, der Alleinverdiener zu sein.

So berechtigt all diese Wünsche auch sein mögen…letztendlich musst du es als Mutter entscheiden.

Denn solange du dich nicht wohl damit fühlst, dein Kind in die Betreuung zu geben, wird sich dein Kind dort nicht wohlfühlen. Unabhängig davon, was für eine großartige Kita du ausgesucht hast. Die zugewandteste Erzieherin, der tollste Spielplatz und die leckerste Vollwertkost….all das wird deinem Kind nichts bedeuten, wenn es das Gefühl bekommt, dass du es nicht loslassen willst. Es wird sich an dich klammern und nach Hause wollen.

Deshalb stell dir zunächst die Frage, ob du dein Kind überhaupt betreuen lassen willst. Mit welchem Umfang fühlst du dich wirklich wohl? Und welches Alter darf dein Kind haben, damit es für dich stimmig ist?

Triff diese Entscheidung aus dem Herzen heraus

Die Antwort auf die Frage, wie du deine Kinder betreuen lassen willst, steht in deinem Herzen. Und ja, du darfst alles wollen. Gerade im Bezug auf dieses Thema sind in unseren Köpfen sehr viele Glaubenssätze. Gesellschaftliche Erwartungen, Paradigmen, antrainierte Muster.

Wenn du deine Kinder noch X Jahre zuhause betreuen möchtest, dann ist das okay. Dann bist du okay.

Du bist keine schlechte Ehefrau, weil du deinen Mann alleine das Geld verdienen lässt.

Du schmeißt deine Zukunft nicht in die Tonne, weil du jetzt eine bestimmte Zeit nicht arbeitest

Deine Ausbildung ist auch nicht vergeudet, du stellst dich selbst nicht hinten an.

Es ist vollkommen okay, wenn es für dich okay ist.

Wenn du deine Kinder in die Kita geben möchtest, dann ist das auch okay. Dann bist du genauso okay.

Du bist keine Rabenmutter, wenn du gerne deinem Beruf nachgehst.

Du bist keine Rabenmutter, wenn du dir Zeit für dich ganz alleine gönnst.

Du bist keine Rabenmutter, wenn dein Kind das jüngste Kind in der Kita ist.

Du bist vollkommen okay.

Gewöhn dich selber ein

Ich bin inzwischen der Auffassung, dass Kinder super flexibel sind und eigentlich gar keine Eingewöhnung brauchen. Wir Erwachsenen brauchen sie. Wir wollen das Gefühl haben, dass es den Kindern wirklich gut geht. Wollen einen Beweis dafür, dass wir das Richtige tun, wenn wir sie loslassen. Deshalb dürfen wir uns selbst eingewöhnen.

Wir dürfen uns die Kita anschauen. Wir dürfen dabei sein, unser Kind begleiten. Wir dürfen mit den Erzieherinnen quatschen, wir dürfen das Essen probieren und mal mit in die Turnhalle gehen.

Und dann dürfen wir vertrauen. Wir dürfen den wundervollen Erzieherinnen und Erziehern vertrauen. Sie anerkennen und stärken.

Wenn wir ihnen vertrauen, dann tun unsere Kinder das auch.

Wir Eltern dürfen uns frei machen von Erwartungen. Davon, dass in der Kita alles so laufen muss wie zuhause. Oder am besten noch besser.

Stell dir vor, wie die Eingewöhnung laufen darf

Bevor die Eingewöhnung schließlich startet, überleg dir gerne, wie sie laufen soll. Oft denkt man ja eher Dinge wie:

“Hoffentlich gibt es kein Theater beim Abgeben”

“Hoffentlich weint der Kleine nicht so viel”

“Hoffentlich vermisst sie mich nicht allzu arg”

Diese Gedanken dienen dir nicht, denn sie richten deinen Fokus auf das, was du vermeiden willst.

Stattdessen stell dir lieber vor, wie es optimalerweise laufen darf. Womit würdest du dich am wohlsten fühlen? Was wäre am schönsten für dich und für dein Kind?

Bleib flexibel

Während der Eingewöhnung darf immer auch Raum dafür sein, dass es anders läuft, als geplant. Sei deinem Kind der Fels in der Brandung, der immer eine Lösung findet. Folge deinem Bauchgefühl und nicht den Ratschlägen anderer.

Du musst nichts “durchziehen”. Du kannst immer wieder neu entscheiden. Auf die Situation reagieren. Auf dein Kind reagieren. Entscheidungen revidieren. Was auch immer sich gut anfühlt.

Und schon ganz bald wird dein kleiner Sonnenschein sich lachend von dir verabschieden und in die Kita hüpfen. Und sich mittags oder nachmittags voller Freude wieder in deine Arme stürzen.

 

Hab eine zauberhafte Woche voller Liebe und Leichtigkeit,

dein Gemeckerfrei-Team