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Schluss mit lustig – Woran es liegt, wenn deine Grenzen nicht funktionieren

Allgemein

Schluss mit lustig – Woran es liegt, wenn deine Grenzen nicht funktionieren

Eigentlich möchtest du im Umgang mit deinen Kindern möglichst wenig Grenzen ziehen. Und gleichzeitig soll der Familienalltag gut funktionieren und die persönlichen Grenzen aller Familienmitglieder gewahrt werden – inklusive deiner eigenen.

Du möchtest auch nicht, dass sich deine Kindern überwiegend von Süßigkeiten ernähren und sie sollen nicht den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen. Obwohl sie das vielleicht gern tun würden.

Und so kommt es doch täglich vor, dass es Grenzen gibt, die du gern eingehalten wüsstest.

Vielleicht kennst du das auch, dass dein Kind sehr unterschiedlich darauf reagiert.

Manchmal guckt es dich an, sagt freundlich “okay” und tut, worum du es gebeten hast.

In anderen Momenten entsteht aus einer Kleinigkeit ein riesiger Wutanfall. Dein Kind gerät außer sich und zeigt keinerlei Bereitschaft für Verhandlungen.

Du fühlst dich hin und hergerissen. Einerseits möchtest du nicht deine elterliche Macht gebrauchen und dein Kind zwingen.

Andererseits möchtest du dich auch nicht von dem Geschrei erpressen lassen und du willst deinem Kind auch nicht jeden Wunsch erfüllen….

Vielleicht fragst du dich, warum deine Grenzen so oft nicht richtig akzeptiert werden und wie du diesen Punkt noch leichter und flockiger gestalten kannst…?

Dann bringt der folgende Blogartikel etwas Licht ins Dunkel.

Die Grenze, die du ziehst, ist nicht deine Grenze

Mal ganz ehrlich, wie oft ziehst du eine Grenze, die eigentlich gar nicht deine eigene Grenze ist?

Wie oft glaubst du, die Gesellschaft, die Lehrerin in der Schule, dein Mann, deine Eltern oder Schwiegereltern würden von dir ein bestimmtes Verhalten den Kindern gegenüber erwarten?

Oder du ziehst einfach ganz automatisch Grenzen, die du in deiner Kindheit selbst erfahren hast und die ein Teil von dir noch für “gesetzt” hält?

Wann immer du von deinen Kindern etwas verlangst, wo dir selbst nicht ganz sicher bist, ob du es überhaupt wirklich so machen möchtest, werden sie deine Unsicherheit spüren und deine Grenze nicht akzeptieren.

Wann immer du selbst innerlich zerrissen bist zwischen dem, was du glaubst tun zu müssen und dem, was sich richtig anfühlt, werden deine Kinder dir genau dies spiegeln. Sie werden sich auflehnen und diskutieren oder wütend werden.

Deshalb frage dich zuerst selber: “Ist das wirklich MEINE Grenze? Oder setze ich hier nur etwas um, was jemand anders für richtig hält?”

Wenn du nicht ganz sicher bist, dann nimm dir gerne eine bisschen Zeit. Atme tief und ein und aus und verbinde dich mit dir selbst. Oft gibt dir auch dein eigener Körper einen Hinweis. Bist du verkrampft und verspannt oder ganz locker und sicher?

Je öfter du innehälst und nach innen spürst, desto schneller und genauer wirst du merken, was DU wirklich willst.

Die Grenze wurde nicht liebevoll gezogen

Mit einer Regel oder einer Grenze bezwecken wir Eltern ja etwas. Und da ist der entscheidende Punkt, wir aus der Liebe heraus entscheiden.

Es gibt Situationen, die sind lebensgefährlich. Deshalb bewahre ich mein Kind mit einer “Grenze” davor, auf die Straße zu laufen. Aus voller Liebe.

Die Liebe entscheidet auch, dass meine Kinder sich nicht überwiegend von Zucker ernähren  oder tagelang Fernsehen schauen dürfen. Weil ich weiß, dass es ihnen schadet und ich sie vor den Folgen bewahren möchte.

Grenzen, die aus der vollen Liebe heraus gezogen werden, werden in der Regel sehr gut akzeptiert von den Kindern.

Aber vielleicht entdeckst du, wenn du dich beobachtest, dass du manchmal Dinge “aus Prinzip” tust. Dass du findest, die Kinder müssten jetzt einfach auch mal Regeln akzeptieren, in der Schule und im Berufsleben könnten sie ja schließlich auch nicht den lieben langen Tag tun, wonach ihnen der Sinn steht. Dass du denkst, du hättest jetzt wirklich schon sehr viel erlaubt und möchtest jetzt einfach mal was verbieten, damit sich die Kinder daran gewöhnen, dass nicht alles erlaubt ist. Dass das Leben nunmal kein Wunschkonzert ist und man nicht alles haben kann…bla bla.

Solche Grenzen werden quasi nur ihrer selbst Willen gezogen und entbehren der liebevollen Grundlage. Die Kinder fühlen sich durch diese Grenze nicht gewertschätzt, sondern schikaniert. Sie werden gegen deine Grenze rebellieren und protestieren und du müsstest zu “harten” Mitteln greifen, wenn du sie tatsächlich durchsetzen wollen würdest.

Deshalb frag dich: “Ist Liebe die Grundlage meiner Grenze? Oder möchte ich hier nur ein Prinzip durchsetzen?”

Die Grenze wurde nicht klar gezogen

Kennst du das, dass du in in dem Moment, in dem anfängst, dein Kind zurechtzuweisen, selbst noch gar nicht richtig weißt, wie du es gern hättest?

Du merkst irgendwie, dass du nicht ganz zufrieden bist damit, wie es gerade läuft, aber so richtig ausgereift ist die Idee dessen, was du stattdessen willst, noch nicht…?

Solche Situationen entstehen oft unter Zeitdruck oder wenn du selbst nicht richtig in deiner Kraft bist. Es entsteht dann ein diffuses Gemecker oder ein komisches Konglomerat aus mehreren verschiedenen Ansagen deinerseits, das sich für dein Kind überhaupt nicht klar anfühlt.

Dein Kind versteht dich nicht richtig in diesem Moment, deine Grenze ist nicht klar formuliert oder nicht kongruent mit deinem Inneren.

Deshalb wird dein Kind deine Ansage wahrscheinlich nicht befolgen und sich dagegen auflehnen.

In solchen Fällen haben wir Eltern dann manchmal das Gefühl, die Kinder wollten uns “testen”.

Aber eigentlich wollen sie durch ihr Verhalten nur mal nachfragen. “Mama, bist du dir sicher, was du möchtest? Ich habe das Gefühl, du bist etwas durcheinander!” oder unser Kind meldet ganz simpel zurück: “Mama, ich habe dich nicht richtig verstanden.”

Deshalb ziehe deine Grenze klar in deinem Inneren, mach dir bewusst, was du genau möchtest von deinem Kind. Deine Klarheit wird ihm bei der Kooperation enorm helfen.

Du erwartest einen Wutanfall

Manchmal erwarten wir Eltern ja förmlich, dass unser Kind mit einem Wutanfall auf unsere Grenze oder unseren Wunsch reagiert.

Unser Kopf spielt die Situation schon durch, bevor sie überhaupt begonnen hat. Wir sehen unser Kind vor unserem inneren Auge explodieren, noch bevor wir den Mund aufgemacht haben.

Je länger und detaillierter wir uns den Ablauf der Sache auf diese Weise ausmalen, desto schlechter wird unsere Stimmung. Wir machen uns innerlich hart, weil wir schon mit einer Verweigerung rechnen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich so kommt, steigt rasant.

Mach stattdessen das Gegenteil. Mal dir aus, wie dein Kind und du auf Augenhöhe darüber sprecht, ganz liebevoll. Dass es nur eine Kleinigkeit ist, die sich wie von selbst ganz leicht erledigt.

In dem Sinne eine zauberhafte Woche voller Liebe und Leichtigkeit,

dein Gemeckerfrei-Team