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Heute mal brav- So klappt´s, wenn´s drauf ankommt

Allgemein

Heute mal brav-

So klappt´s, wenn´s drauf ankommt

Wir Eltern kennen das ja alle. Ein wichtiger Termin steht an. Deine Oma wird 90 und feiert in einem super schicken Restaurant. Natürlich seid ihr alle eingeladen, die ganze Familie inklusive eurer Kinder.

Und du hoffst einfach nur inständig, dass alles gut geht. Dass kein Geschirr zu Bruch geht, das Essen nicht bis an die Tapete fliegt. Niemand an der Tischdecke zieht und niemand mit den vom Restaurant freundlich zur Verfügung gestellten Malstiften die Chanel-Tasche deiner Tante dekoriert. Auch Pipi-Unfälle auf den teuren Polsterstühlen oder gegenseitiges Schminken mit der Creme der Torte sollten möglichst verhütet werden.

Oder ihr müsst zu einer der berühmten U-Untersuchungen zum Kinderarzt. Du siehst dein quirliges Energiebündel schon über Tische und Bänke gehen. Du hoffst, dass er nichts kaputt macht. Dass er dieses eine Mal die Anweisungen der Ärztin befolgt und einfach brav mitmacht. Seine kürzlich im Kindergarten gelernten, wenig schmeichelhaften Bezeichnungen für sich behält. Und dich auf keinen Fall als “blöde Mama” beschimpft oder sonst irgendetwas tut, das dich in Verlegenheit bringt.

Es gibt Situationen, da muss es aus unserer Sicht einfach klappen.

Im Folgenden erfährst du, was du dafür tun kannst, dass es funktioniert, wenn´s drauf ankommt.

Gib deinen Kindern Raum, wenn es nicht drauf ankommt

Die Kooperation unserer Kinder ist das Resultat aus der durch uns Eltern im Vorfeld erbrachten Beziehungsarbeit.

Damit sie also im “Ernstfall” kooperieren, dürfen wir vorher die Voraussetzungen dafür schaffen. Wir dürfen ihnen Raum geben, wenn es eben nicht drauf ankommt.

Dafür lohnt es sich, seine Kinder zu beobachten. Welche Bedürfnisse drücken sich in ihrem Verhalten aus? Wie kannst du dafür sorgen, dass sie diese Bedürfnisse befriedigen können? In einem geschützten Raum, in dem nicht viel passieren kann.

Du willst, dass der Restaurantbesuch funktioniert? Dann lass ihnen zuhause mal “etwas durchgehen”.  Erlaube, dass sie die Spaghetti mit Soße einsaugen und ihr ganzes Gesicht damit bespritzen. Erlaube, dass sie mit dem Ketchup einen Smiley auf den Tisch malen.

Erlaube, dass sie mal das Badezimmer überschwemmen dürfen oder die Kiesel vom Weg mit einem kleinen Bagger im ganzen Garten verteilen.

Es geht nicht darum, ihnen beizubringen, dass man das so macht und es grundsätzlich okay ist bei euch. Es geht darum, einen Schritt auf sie zu zu machen. Eine Ausnahme zu machen. Dieses eine Mal nicht zu tun, was du am liebsten tun würdest. Nämlich diese Dinge verbieten und im Keim ersticken.

Denn nichts anderes erwarten wir im “Ernstfall” von den Kindern. Wir erwarten, dass sie sich dieses eine Mal zurücknehmen und nicht das tun, was sie am liebsten tun würden.

Und dafür dürfen wir ihnen vorher zeigen, dass sie wichtig sind. Dass wir ihre Wünsche und Bedürfnisse respektieren. Dass wir versuchen, einen Rahmen zu schaffen, in dem das ein oder andere mal möglich wird für sie.

Aus diesem Gefühl heraus fällt es dann auch den Kindern leicht, einen Schritt auf uns zuzugehen, wenn es uns mal besonders wichtig ist.

Verzichte auf Strafen und Belohnungen

Es ist allzu verführerisch, die Kinder zu erpressen. Und in den meisten Fällen sicher auch das, was wir Eltern in unserer Kindheit erlebt haben und was uns das naheliegendste und wirksamste Mittel zu sein scheint.

“Wenn du lieb bist, bekommst du später ein Eis!”

“Wenn du nicht sofort aufhörst mit dem Geschrei gibt´s später kein Fernsehen!”

“Entweder du räumst jetzt sofort hier auf oder ich streiche den Nachtisch!”

Wir alle haben schon die Erfahrung gemacht, dass sowas kurzfristig funktionieren kann.

Aber langfristig nutzt sich das Erpressen ab. Die Strafen und Belohnungen müssen immer “spektakulärer” werden, damit sie noch einen Effekt haben.

Außerdem beginnen die Kinder, dieses Verhalten zu kopieren. Sie erpressen einander, sie erpressen dich und ihre Freunde.

Vor allem aber untergräbt das Erpressen das, was wir Eltern eigentlich herstellen wollen in der Familien. Wir wollen doch, dass sie sich zugehörig und mit verantwortlich fühlen. Dass sie kooperieren, weil sie das wollen. Aus dem tiefen Wissen heraus, dass die Harmonie in der Familie allen dient. Und mit der Erfahrung im Hintergrund, dass auch ihre Wünsche gehört und berücksichtigt werden.

Wir wollen doch eigentlich nicht, dass die Kinder nur deshalb das tun, was wir wollen, weil sie Angst vor einer Strafe haben. Oder scharf auf eine “Bezahlung” sind.

 

Werde dir klar darüber, wie du es haben willst

Oft wissen wir ja gar nicht so genau, wie es laufen soll. Wir konzentrieren uns stattdessen darauf, was wir alles vermeiden wollen. Malen uns Worst-Case-Szenarien, stellen uns vor, was Junior Schlimmes sagen oder tun könnte.

Stell dir vor, ihr fahrt eine Stunde mit dem Auto zu dem Geburtstag der Oma. Die ganze Fahrt über laufen vor deinem inneren Auge irgendwelche Katastrophensituationen ab. Deinen Kindern erklärst du ohne Pause, was sie auf keinen Fall tun dürfen.

Wie seid ihr wohl alle gelaunt, wenn ihr ankommt? Du bist wahrscheinlich fix und fertig und die Kinder freuen sich auch nicht gerade auf die kommenden Stunden.

Diese Anspannung begünstigt, dass all das passiert, was du vermeiden wolltest.

 

Stattdessen ist es sinnvoll, voller Klarheit das zu fokussieren, was du gern hättest.

Und dann lehn dich einfach zurück.

Nimm es nicht so wichtig. Klar ist es schön, wenn Familienfeste, Arztbesuche und sonstige Ausnahmesituationen entspannt funktionieren. Aber wichtiger als die Beziehung zu den Kindern ist das alles doch nicht.

Du kannst euch alle von dem Druck befreien, indem du möglichst wenig Erwartungen hast und den Termin, um den es geht, in deinem Kopf nach unten priorisiert. Es einfach nicht mehr so wichtig findest. Die Kinder dürfen spüren, dass sie toll sind und geliebt, auch wenn irgendwas schief geht oder sie “nicht lieb” waren.

Und du darfst spüren, dass du eine wundervolle Mutter bist. Deren Wert nicht davon abhängt, ob sich ihre Kinder an diesem einen Datum jetzt “benehmen” oder nicht.

Dann bist du entspannt, voller Wertschätzung und Liebe für dich und deine Mäuse…

Und das sind die besten Voraussetzungen dafür, dass es dann doch so klappt, wie du es möchtest.

 

Hab eine zauberhafte Woche voller Liebe und Leichtigkeit,

dein Gemeckerfrei-Team